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Der
Fund einer Silexaxt in der Nähe von Torrox bestätigt das Alter
der ersten menschlichen Siedlungen in diesem Gebiet. Es fanden sich zudem
Reste der Phönizier und der Griechen, von Seefahrervölkern und
Kaufleuten, die mit Oliven, Feigen und Wein Handel trieben.
Rom gründete an der Flußmündung des Argentinum eine Stadt,
Caviclum(=Clavicum), welche die Funktionsfähigkeit einer Garum- Herstellung
dienen sollte; Garum nannte man eine Art Fischpaste (hauptsächlich
hergestellt aus Anchovis) die Bestandteil der Verköstigung der römischen
Legionen war. Es fanden sich dort Lehmöfen und Schüsseln aus
dieser Epoche, einige davon schmücken heute die Strandpromenade in
Torrox Costa.
Nach den Römern besetzten die Westgoten das Gebiet, bis es die Mauren
in Besitz nahmen (XVII. Jahrhundert) welche es Turrus(=durch Türme
geschützte Stadt) nannten. Von dort aus zog Abd-el-Rhaman in Richtung
Córdoba um dort das Omeyen Kalifat zu gründen. Laut einer
Legende wurde Almanzor in Torrox geboren. Die arabische Besetzung dauerte
am längsten und brachte große Fortschritte für Torrox
mit sich. Die Landwirtschaft verbesserte sich in großem Maße
durch die Bewässerung, und jeder Landstrich, so unwirtlich er auch
war, wurde für die terrassenförmig angelegte landwirtschaftliche
Nutzung ausgenützt, die bis heute fortbesteht. Man produzierte Seidenstoffe
und kunsthandwerkliche Gegenstände. Zuckerrohr, Feigen, Mandeln,
Wein, gewannen an Bedeutung und Pracht unter den Mauren.
Als sich Torrox nach dem Fall von Vélez ergibt, muss erst ein
Jahr vergehen, bis das Gebiet in Frieden lebt, und nach der Niederlage
des Führers El Zagal erwirbt Torrox den Titel "sehr noble und
königliche Stadt". Im Laufe der Zeit verschlechtert sich die
Lage der maurischen Bevölkerung, und endet schliesslich in einem
Aufstand, den der Anführer de Castilla in Frigiliana, wo sich die
Einwohner von Torrox versteckt halten blutig niederschlägt. 2.400
Menschen sterben.

Im 17. und 18. Jahrhundert gewinnt Torrox wieder an Bedeutung, mehrere
Zollpaläste und ein Münzhaus für den Überseeehandel
werden gebaut.
Im XIX. Jahrhundert wird die Burg von Torrox von Napoleons Truppen zerstört.
Am Weihnachtstag von 1884 findet ein Erdbeben statt, das die ganze Axarquía
schwer schädigt, und aufgrund dessen Alfons XII. das Gebiet besucht.
Zu dieser Zeit wird bereits der Zuckerrohranbau massiv betrieben, und
es werden Fabriken, die sogenannten "Zuckerfabriken" (ingenios)
gebaut, wo ausser Zucker auch Melassen, Zuckerrübensirup und Liköre
hergestellt wurden.
Der Zuckerrohranbau knickt erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
ein, als subtropische Produkte mit großem Erfolg angebaut werden
(Avocado, Chirimoya, Mangos, Papaya etc.), und als der Tourismus beginnt,
verwandelt sich die Landschaft in eine eigentümliche Mischung aus
Gewächshäusern und Wohngebäuden, und durch das Mittelmeer
gewinnt sie allmählich wieder an Bedeutung.
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